Wasserproduktion


 

Wertschöpfung für Wasser

Wasserversorgung von A – Z: Der WVN leistet alle Schritte der Wasserproduktion, von der Quelle bis hin zum Verbraucher. Die Wassergewinnung über Brunnen ebenso wie die Wasseraufbereitung im Wasserwerk und die Wasserspeicherung und Verteilung mittels ausgeklügelter Infrastruktur. Der WVN sorgt für das Wasser am Niederrhein, sicher, zuverlässig, komfortabel und komplett.

Die Wassergewinnung Die Wasseraufbereitung Die Wasserverteilung

Die Wassergewinnung

Aus der Tiefe der Erde: Wassergewinnung heißt Förderung des Grundwassers direkt aus dem unterirdischen Grundwasserstrom. Im Binsheimer Feld betreibt der WVN dazu Vertikal- und Horizontalfilterbrunnen, die unser Wasser aus der Tiefe heraufpumpen. Der erste Schritt zum Trinkwasser.

 

Grundwasser in Trinkwasserqualität

Exzellentes Wasservorkommen: Das Binsheimer Feld, heute Wassergewinnungsgebiet des WVN, verfügt über eine außergewöhnlich gute natürliche Wasserqualität. Diese Erkenntnis führte in den 1980er Jahren, als das Wasser aus anderen Quellen knapp wurde, dazu, dass man das Notwendige mit dem Nützlichen verband: Warum ein so hochwertiges Wasser zur Grundwasserregulierung des Feldes einfach weiter in den Rhein abpumpen? Nein, dieses Wasser sollte das werden, was es faktisch fast schon war: bestes Trinkwasser! So begann die Karriere der Wassergewinnung durch den Wasserverbund Niederrhein. Zwölf Brunnen betreibt der WVN im Binsheimer Feld, dem größten linksrheinischen Trinkwasserreservoir, und fördert dort ausschließlich allerbestes Grundwasser.

Vertikal- und Horizontalfilterbrunnen

Wasser aus Brunnen: Zur Förderung von Wasser aus den Tiefen des Grundwasserstromes benötigt man ganz klassisch Brunnensysteme. Zwei Brunnentypen betreibt der WVN im Binsheimer Feld – Vertikalfilterbrunnen und Horizontalfilterbrunnen. Ein Vertikalfilterbrunnen funktioniert folgendermaßen: Er besteht aus einem Rohr, das senkrecht in den Boden eingelassen ist und bis in die wasserführende Bodenschicht in 18 Metern Tiefe hineinreicht.

Im Bereich des Grundwasserstromes ist das Rohr rundum gelocht, sodass es mittels einer zugehörigen Pumpe Wasser aufnehmen und nach oben transportieren kann. Zehn dieser Vertikalbrunnen sind bei uns in Reihe gebaut, mit Kies umhüllt und mit einer gemeinsamen Sammelleitung versehen – eine ganze Brunnengalerie also, die das Wasser über ein Pumpenhaus mit Schaltstation mittels einer 4,6 Kilometer langen Leitung zum Wasserwerk befördert.

Das zweite Brunnensystem besteht aus zwei Horizontalfilterbrunnen. Bei dieser Art der Brunnenführung reicht ein einzelnes breites Rohr in die Tiefe der wasserführenden Schicht hinein. Dort gehen horizontal ausgerichtete, kiesgelagerte Rohre mit Lochungen sternförmig nach allen Seiten von ihm ab und sammeln das Wasser.

Die drehzahlgeregelten Pumpsysteme der Brunnengalerien sind auf eine Fördermenge von insgesamt 3.100 Kubikmetern pro Stunde ausgelegt; bei Bedarf, etwa zur Wasserregulierung bei Hochwasser, können sie zusätzlich hohe Leistungsreserven mobilisieren und dann zusammen maximal 9.300 Kubikmeter Wasser fördern und abpumpen.

Die Wasseraufbereitung

Die hohe Kunst der Reinigung: Die Wasseraufbereitung ist die Veredelung des Wassers zum Endprodukt Trinkwasser. Ort der Wasseraufbereitung ist das Wasserwerk. Hier erfährt das gewonnene Wasser seine Vergütung – mit Sauerstoff, den unterschiedlichsten Filterstufen und UV-Licht, bis es in Bestqualität zum Kunden geht.

 

Wegweisende Methoden

Wertvolles Wasser: Im Wasserwerk bereiten wir das bereits in Trinkwasserqualität geförderte Grundwasser zum Lebensmittel allerhöchster Güte auf. Der WVN verwendet dazu ebenso wirkungsvolle wie umweltschonende Verfahren. So frischt er das Wasser zunächst mit reinem Sauerstoff auf, der das Wasser durch Oxidation von Eisen und Mangan befreit. Diese Technik ist der andernorts gebräuchlichen Oxidation durch Beigabe von Ozon bei Weitem überlegen, da sie keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen hat. Und wird bei uns seit 2007 angewandt.

Das so mit Sauerstoff vergütete Wasser durchläuft jetzt eine Filteranlage aus sechs großen Doppelstockfiltern, jeweils 10 Meter hoch und in zwei Kammern gefüllt mit verschiedenen hochwirksamen natürlichen Filterstoffen unterschiedlicher Körnung.

Das Wasser fließt langsam von oben nach unten durch grobe und feine Filterschichten, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe und Beschaffenheit eine optimal abgestimmte mechanische und mikrobiologische Reinigung bewirken. In der oberen Kammer filtern Hydro-Anthrazitkohle, Sande und Kiese nach und nach alle Schweb- und Trübstoffe sowie Mikropartikel aus, in der unteren Kammer sorgt hochwirksame Aktivkohle durch Absorption auf Molekülebene für höchste Reinheit.

 

Pionier in Sachen Sonne

Von Schicht zu Schicht gewinnt das Trinkwasser so immer weiter an Qualität. 60 Minuten Zeit braucht das Wasser, um die Filterstufen zu durchlaufen. Im Anschluss desinfizieren wir das hochreine Wasser auf eine ganz besondere Weise: mit purer Sonnenenergie – ein wegweisendes Hightech-Verfahren, das wir der Natur abgeschaut haben.

Das Trinkwasser durchläuft am Ende des Reinigungsprozesses vor der Verteilung nämlich reines, energiereiches UV-Licht – eine außergewöhnlich wirksame und umweltfreundliche Technologie, die wir bereits 2002 eingeführt haben. Damit ist seither jegliche Chlorbeigabe, die andernorts üblich ist, bei uns passé. Diese international bahnbrechende chemikalienfreie Technik der Wasserdesinfektion hat übrigens der WVN als einer der Ersten zum Einsatz gebracht und betreibt heute besonders energieeffiziente und zukunftsträchtige UV-Anlagen.

 

Das Wasserwerk

Eine weiße Stadt aus Leitungsrohren und Zylindern: Betritt man ein Wasserwerk, so fällt sofort auf, wie sauber hier alles ist – wie geschaffen für den Umgang mit unserem kostbarsten Lebensmittel, dem Wasser. Reinheit, Güte, Präzision: Das Wasserwerk erfüllt verschiedene Funktionen. Zum einen bereiten wir hier das geförderte Wasser zum wertvollen Lebensmittel auf, zum anderen steuern wir von hier aus den gesamten Wasserproduktionsprozess – von der Gewinnung über die Aufbereitung bis hin zur Verteilung: Unsere Leitwarte erfasst und regelt alle Prozesse vollelektronisch via computergesteuertem Prozessleitsystem, das sämtliche Schaltstellen und Abläufe auf einen Blick auf einem Monitor abbildet.

Alles o. k. im Wassergewinnungsareal? Wie hoch ist der aktuelle Wasserbedarf? Welche Brunnenkapazitäten müssen aktiviert werden? Wie läuft der Aufbereitungsprozess ab? Welcher Kunde fordert wie viel Wasser an? Welche Leitungen sind mit welcher Kapazität aktiv?

Die Mitarbeiter des Wasserwerks kennen und regeln sämtliche Bedarfe für ihre Kunden. Das Wasserwerk sorgt dafür, dass immer genügend Wasser fließt – für uns alle und Tag für Tag. Damit wir uns keine Gedanken darüber machen müssen, woher unser Wasser kommt: Dank Wasserwerk ist es einfach immer da.

Die Wasserverteilung

2 Wasserwerke, 65 km Leitungsnetz mit 345 Armaturen, 4 Speicherbehälter und 8 Pumpstationen: Der WVN verfügt über eine Infrastruktur, die dazu geeignet ist, die Niederrhein-Region mit Wasser zu versorgen. Unser Wasserversorgungsnetz wächst kontinuierlich an – möglichst unter Nutzung bereits vorhandener Infrastrukturen unserer Gesellschafter und Kunden. Damit schaffen wir maximale Reichweiten bei minimierten Kosten: Wettbewerbsvorteil und ein Grund für unsere günstigen Lieferkonditionen.

 

Wasserinfrastruktur für den Niederrhein

Von Nettetal bis Duisburg, von Wesel und Xanten bis Grevenbroich: Über unsere Gesellschafter und Kunden reicht der Aktionsradius des WVN in alle Himmelsrichtungen am Niederrhein. Wir sorgen für Wasser.

Linksrheinisch im Osten liegt unser Wasserwerk Moers-Gerdt. Hier arbeitet unsere zentrale Warte – von dort aus steuern und regeln wir alles zur Gewinnung, Aufbereitung, Speicherung, Fortleitung und Verteilung für den gesamten WVN. Nördlich befindet sich das Wasserwerk Binsheim, in dem alle Abläufe automatisiert erfolgen. Beide Wasserwerke verfügen über Speicherbehälter, die das Wasser aufnehmen und bedarfsgerecht abgeben, sowie Pumpstationen zur Beförderung.

Weitere Speicherbehälter dienen ebenfalls der maßgenauen Versorgung - im Süden ist dies der Hochbehälter Rheurdt und im Westen der Speicher der Pumpstation Nieukerk, die zudem mit einer Warte ausgestattet ist. Pumpstationen zur Weiterleitung des Wassers im Verteilungssystem betreiben wir u. a. neben Moers-Gerdt im Osten, Binsheim im Norden und Nieukerk im Westen auch in Aldekerk im Süden sowie in Baerl südlich des Binsheimer Feldes. Die Schaltstation Binsheimer Feld sorgt für die Steuerung der dortigen 12 Brunnen zur Wassergewinnung.

 

Synergienbündelung

Der WVN baut sein Wasserversorgungsnetz kontinuierlich weiter aus und stützt sich dabei auf vorhandene Wasserinfrastrukturen, um Investitionskosten zu minimieren und damit volkswirtschaftlich sinnvoll und ökonomisch verantwortungsbewusst zu handeln.

So schließt der WVN jetzt im Westen durch die Übernahme des Wasserverbundes Kerken Rheurdt mit seinem Leitungsnetz und der Station Nieukerk direkt an das Gelderner Netz an und sorgt damit für die Wasserbeschaffung im Raum Rheurdt-Kerken-Sevelen-Issum. Im Osten ist dem WVN mit der Belieferung der Stadtwerke Duisburg mit Trinkwasser zum Wasserwerk Homberg der Verbundanschluss nach Duisburg gelungen. Weitere Schritte sind in Planung.

Diese wirtschaftliche Ausweitung des Aktionsradius durch den Wasserverbund Niederrhein kommt nicht nur seinen Kunden und Gesellschaftern zugute, sondern auch und vor allem dem Bürger, der dank des Engagements durch den WVN via Versorger ebenso qualitätvolles wie preiswertes Wasser erhält.