Wassergüte


 

Informationen zu TFA-Spuren im Trinkwasser

Das Trinkwasser einiger Versorgungsgebiete im Bereich Neckar und Rhein ist nach industriellen Gewässereinleitungen mit der Chemikalie Trifluoracetat (TFA) belastet. Als dies kürzlich bekannt wurde, haben wir - WVN - in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden umgehend eigeninitiativ Untersuchungen auf TFA durchführen lassen. Dabei sind geringe Konzentrationen auch in dem von uns verteilten Trinkwasser festgestellt worden. Die Gehalte liegen bei 2 μg (Mikrogramm) pro Liter. Die Gesundheitsbehörden sind unverzüglich über die Messergebnisse informiert worden. Den Analysebefund können Sie hier einsehen.

TFA zählt zu den sogenannten unerwünschten Stoffen, die auch als Abbauprodukt von Pflanzenschutzmitteln entstehen können. Laut Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) gefährden sie in geringen Konzentrationen weder das Grundwasser noch die Gesundheit von Mensch oder Tier. Die Messwerte liegen deutlich unter dem vom Umweltbundesamt empfohlenen Handlungswert für TFA von 10 Mikrogramm pro Liter.

Die im Binsheimer Feld gemessenen Gehalte liegen knapp über dem langfristigen Orientierungswert von drei Mikrogramm pro Liter, der vor allem der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbarem Gesundheitsbezug dient.

Das von uns gelieferte Trinkwasser entspricht nach wie vor in jeglicher Hinsicht den strengen Qualitätskriterien der Trinkwasserverordnung und kann im Einvernehmen mit den Aufsichtsbehörden für alle Zwecke wie gewohnt ohne Einschränkungen zum Trinken, zum Kochen und für alle anderen Zwecke im Haushalt verwendet werden.

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Wichtige Fragen und Antworten

 

Ich bin verunsichert – kann ich das Trinkwasser weiterhin für alles benutzen?

Das Trinkwasser kann weiterhin wie gewohnt ohne Einschränkungen zum Trinken, zum Kochen und für alle anderen Zwecke im Haushalt verwendet werden.

 

Wie ist die Trinkwasserqualität?

Das von uns bereit gestellte Trinkwasser entspricht allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Die Trinkwasseranalyse können Sie hier einsehen.

 

Was für ein Stoff ist nun im Wasser gefunden worden? In welcher Konzentration?

Es handelt sich um Trifluoracetate, die abgekürzt allgemein auch als TFA bezeichnet werden. In dieser Form handelt es sich um Salze der Essigsäure, an die das Element Fluor (statt Wasserstoff) angelagert ist (Tri-Fluor-Essigsäure). TFA ist chemisch recht stabil und kann über verschiedenste Quellen in die Umwelt gelangen. Das sind zum einen Einleitungen aus industriellen Herstellungsprozessen (z. B. Synthese von Kältemitteln) sowie Einträge aus dem Abbau verschiedener Kunststoffe. Zum anderen entstehen TFA auch beim Abbau verschiedener Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft.

Spuren von TFA wurden auch in unserem Trinkwasser gefunden. Die Konzentrationen liegen bei 2 Mikrogramm pro Liter.

 

Welche TFA-Werte gelten für Trinkwasser?

In der Trinkwasserverordnung sind Trifluoressigsäure und deren Salze nicht aufgeführt. Daher gibt die Verordnung keinen Grenzwert vor.

Für Stoffe, die wie TFA nicht mit einem Trinkwassergrenzwert belegt sind, hat das Umweltbundesamt (UBA) ein System allgemeiner Vorsorgewerte entwickelt. Sie werden als GOW (gesundheitliche Orientierungswerte) bzw. VMW (Vorsorge Maßnahmenwerte) bezeichnet. GOW und VMW dienen in erster Linie der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbaren Gefahrenbezug. Sie werden aufgrund unvollständiger Datenbasis mit hohen Sicherheitszuschlägen abgeleitet. So besteht selbst bei Überschreitung des GOW im Trinkwasser kein Anlass zu konkreter Besorgnis, wohl aber zu verbesserter Vorsorge. Das UBA hat den gesundheitlichen Orientierungswert (GOW) für TFA auf Basis neuerer Untersuchungen im Januar 2017 angepasst. Er liegt jetzt bei 3,0 μg pro Liter.

Bei der Ableitung von gesundheitlichen Orientierungswerten sind ausreichende Sicherheitsspannen berücksichtigt.

Der VMW gibt an, ab welcher Konzentration zeitnah Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Aufnahme von Stoffen zu verringern. Er liegt für TFA mit 10 Mikrogramm pro Liter deutlich über den aktuell gemessenen Trinkwasserkonzentrationen.

 

Wie kommt TFA in das Trinkwasser?

Auch wenn es noch nicht abschließend feststeht, ist nach momentanem Daten- und Kenntnisstand davon auszugehen, dass die Belastung des Trinkwassers mit TFA sowohl der flächenhaften Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstammt, als auch durch industrielle Abwassereinleitungen in den Neckar/Rhein hervorgerufen wurde. Die genauen Hintergründe der Einleitung in den Neckar und Vermeidungsstrategien am Eintragsort werden derzeit von den zuständigen Aufsichtsbehörden abgeklärt.

TFA kann in geringen Spuren auch als Abbauprodukt verschiedener Pflanzenschutzmittel entstehen. Gewisse Einträge können je nach Wasserwerksstandort entsprechend auch aus der Landwirtschaft stammen. Auch hier wird das Thema derzeit von Behörden, Wasserversorgern und Herstellern von Pflanzenschutzmitteln diskutiert, um Lösungen zur Verbesserung der Situation zu finden.

 

Warum wird TFA nicht im Wasserwerk herausgefiltert?

Trifluoracetat ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften (sehr gut wasserlöslich, mobil und stabil) bei der Trinkwasseraufbereitung so gut wie nicht entfernbar. Weder Aktivkohle, noch andere Aufbereitungsverfahren können TFA bei der Wasseraufbereitung herausfiltern. Zur grundsätzlichen Vermeidung müssen entsprechend Umweltauflagen im Gewässer- und Ressourcenschutz greifen.

Behörden, Wasserversorger und Pflanzenschutzmittel-Hersteller diskutieren derzeit intensiv das Thema, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aktiv nutzen, um TFA-Einträge in Trinkwässer nachhaltig zu reduzieren. Grundsätzlich engagieren wir uns weiterhin für den vorbeugenden Gewässerschutz, um diese und vergleichbare Substanzen vom Trinkwasser fernzuhalten.

 

Wen hat der Wasserbund Niederrhein über den Fund von TFA informiert?

Wir haben unmittelbar die von uns belieferten Trinkwasserversorger sowie die zuständigen Behörden (Gesundheitsämter, Bezirksregierung und Landwirtschaftskammer) umfassend über die Funde informiert.  

Diese stehen in intensivem Austausch mit den Behörden benachbarter betroffener Kommunen sowie der Bezirksregierung und dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW.

Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aktiv nutzen, um TFA-Einträge in Trinkwässer nachhaltig zu reduzieren. Grundsätzlich engagieren wir uns weiterhin für den vorbeugenden Gewässerschutz, um diese und vergleichbare Substanzen vom Trinkwasser fernzuhalten.

Zusammenfassend betonen wir: Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Es erfüllt strengere Qualitätskriterien als zum Beispiel Mineralwasser und unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir ihnen nur Trinkwasser zur Verfügung stellen, das unbedenklich genutzt werden kann.