Wassergüte


 

Wasser ist Vertrauen

Auf die Werte kommt es an: Unsere Wasservorkommen im Einzugsgebiet der WVN-Gewinnungsanlagen sind von bester Qualität. Der Grundwasserstrom ist rein und unbelastet von Schadstoffen – gut für Haushalte wie Industrie. Mit unserem strengen Qualitätsmanagement sorgen wir dafür, dass unser Trinkwasser rund um die Uhr sicher, zuverlässig und in höchster Güte zur Verfügung steht. Jetzt und in Zukunft.

 

Grundwasserreichtum

Natürliches Vorkommen: Das grundwasserreiche Binsheimer Feld ist das aktive Wassergewinnungsareal des Wasserverbundes Niederrhein. Hier betreibt der WVN rund ein Dutzend Brunnen und fördert daraus jährlich fast 15 Mio. Kubikmeter Wasser zur Vorversorgung von Stadtwerken und kommunalen Wasserunternehmen.

Diese wiederum beliefern ihre Kunden – Haushalte und Endverbraucher - mit der geförderten vorzüglichen Trinkwasserqualität. Etwa die Hälfte des geförderten Wassers geht als Betriebs- und Prozesswasser an Industrieunternehmen der Region, die die gleichbleibend gute Beschaffenheit und konstant hohe Reinheit des Wassers schätzen.

Eine variable Restmenge, zuletzt mit etwa 1,2 Mio. Kubikmetern knapp ein Zehntel des Wassers, wird zur sogenannten „Flurabstandsregulierung" – also der Grundwasserabsenkung durch Ableitung des geförderten Wassers – in den Rhein gepumpt, um Oberflächenvernässungen im Binsheimer Feld zu verhindern. Eine Maßnahme, notwendig zum Schutz des Grundwassers sowie baulicher Anlagen und damit der Bevölkerung.

 

Qualitätsmanagement

Die Werte entscheiden: Das Wasser aus dem Binsheimer Feld ist von allerhöchster Qualität. Schon bei der Förderung entspricht es ganz ohne Aufbereitung den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung an hygienisch einwandfreies Wasser. Die TrinkwV, wie sie kurz genannt wird, regelt die Grenzwerte und Bestimmungen für die unterschiedlichsten Inhaltsstoffe. Ihr Ziel: Trinkwasser soll der dauerhaften Gesunderhaltung des Menschen dienen.

Alle Berechnungen gehen dabei von zwei Litern Trinkwasser aus, die der Mensch Tag für Tag bedenkenlos genießen können soll – sein Leben lang. Aber das Qualitätsmanagement des WVN ist noch strenger: Trotz der hohen Güte des geförderten Wassers erfolgt mit der Aufbereitung eine regelmäßige Kontrolle durch akkreditierte Labore. Die regulären Standarduntersuchungen ergänzen wir dabei um freiwillige Orientierungsuntersuchungen auf Einzelstoffe hin, die anderwärts das Wasser belasten: Zuletzt erfolgten wieder Analysen sowohl auf perfluorierte Tenside (PFT) als auch auf Metabolite aus Pflanzenschutzmitteln, etwa Nitrosamine (NDMA) und Dimethylsulfid (DMS), sowie auf Uran und auf Sulfolan.

Das Ergebnis war stets negativ – ein erfreulicher Hinweis auf die hervorragende Qualität des Wasserdargebotes des WVN. Mit seinem gesunden Anteil an natürlichen Mineralien wie Calcium und Magnesium liegt das im Binsheimer Feld geförderte Wasser im verbraucherfreundlichen mittleren Härtebereich – was dem früheren „Härtebereich 2" entspricht.

Das Qualitätsmanagement unterliegt jährlichen Überprüfungen durch die Aufsichtsbehörden – die Gesundheitsämter und Wasserbehörden. In jährlich wiederkehrenden strengen Überprüfungen wird die vorbildliche Effizienz unseres Qualitätsmanagements regelmäßig bestätigt. Darauf sind wir stolz.

 

Trinkwasseranalysen

Hier finden Sie unsere aktuellen Analysedaten des gelieferten Trinkwassers:

Trinkwasseranalyse-Daten 2017

 

Informationen zu TFA-Spuren im Trinkwasser

Das Trinkwasser einiger Versorgungsgebiete im Bereich Neckar und Rhein ist nach industriellen Gewässereinleitungen mit der Chemikalie Trifluoracetat (TFA) belastet. Als dies kürzlich bekannt wurde, haben wir - WVN - in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden umgehend eigeninitiativ Untersuchungen auf TFA durchführen lassen. Dabei sind geringe Konzentrationen auch in dem von uns verteilten Trinkwasser festgestellt worden. Die Gehalte liegen bei 2 μg (Mikrogramm) pro Liter. Die Gesundheitsbehörden sind unverzüglich über die Messergebnisse informiert worden. Den Analysebefund können Sie hier einsehen.

TFA zählt zu den sogenannten unerwünschten Stoffen, die auch als Abbauprodukt von Pflanzenschutzmitteln entstehen können. Laut Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) gefährden sie in geringen Konzentrationen weder das Grundwasser noch die Gesundheit von Mensch oder Tier. Die Messwerte liegen deutlich unter dem vom Umweltbundesamt empfohlenen Handlungswert für TFA von 10 Mikrogramm pro Liter.

Die im Binsheimer Feld gemessenen Gehalte liegen unter dem langfristigen Orientierungswert von drei Mikrogramm pro Liter, der vor allem der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbarem Gesundheitsbezug dient.

Das von uns gelieferte Trinkwasser entspricht nach wie vor in jeglicher Hinsicht den strengen Qualitätskriterien der Trinkwasserverordnung und kann im Einvernehmen mit den Aufsichtsbehörden für alle Zwecke wie gewohnt ohne Einschränkungen zum Trinken, zum Kochen und für alle anderen Zwecke im Haushalt verwendet werden.

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Wichtige Fragen und Antworten

 

Ich bin verunsichert – kann ich das Trinkwasser weiterhin für alles benutzen?

Das Trinkwasser kann weiterhin wie gewohnt ohne Einschränkungen zum Trinken, zum Kochen und für alle anderen Zwecke im Haushalt verwendet werden.

 

Wie ist die Trinkwasserqualität?

Das von uns bereit gestellte Trinkwasser entspricht allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Die Trinkwasseranalyse können Sie hier einsehen.

 

Was für ein Stoff ist nun im Wasser gefunden worden? In welcher Konzentration?

Es handelt sich um Trifluoracetate, die abgekürzt allgemein auch als TFA bezeichnet werden. In dieser Form handelt es sich um Salze der Essigsäure, an die das Element Fluor (statt Wasserstoff) angelagert ist (Tri-Fluor-Essigsäure). TFA ist chemisch recht stabil und kann über verschiedenste Quellen in die Umwelt gelangen. Das sind zum einen Einleitungen aus industriellen Herstellungsprozessen (z. B. Synthese von Kältemitteln) sowie Einträge aus dem Abbau verschiedener Kunststoffe. Zum anderen entstehen TFA auch beim Abbau verschiedener Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft.

Spuren von TFA wurden auch in unserem Trinkwasser gefunden. Die Konzentrationen liegen bei 2 Mikrogramm pro Liter.

 

Welche TFA-Werte gelten für Trinkwasser?

In der Trinkwasserverordnung sind Trifluoressigsäure und deren Salze nicht aufgeführt. Daher gibt die Verordnung keinen Grenzwert vor.

Für Stoffe, die wie TFA nicht mit einem Trinkwassergrenzwert belegt sind, hat das Umweltbundesamt (UBA) ein System allgemeiner Vorsorgewerte entwickelt. Sie werden als GOW (gesundheitliche Orientierungswerte) bzw. VMW (Vorsorge Maßnahmenwerte) bezeichnet. GOW und VMW dienen in erster Linie der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbaren Gefahrenbezug. Sie werden aufgrund unvollständiger Datenbasis mit hohen Sicherheitszuschlägen abgeleitet. So besteht selbst bei Überschreitung des GOW im Trinkwasser kein Anlass zu konkreter Besorgnis, wohl aber zu verbesserter Vorsorge. Das UBA hat den gesundheitlichen Orientierungswert (GOW) für TFA auf Basis neuerer Untersuchungen im Januar 2017 angepasst. Er liegt jetzt bei 3,0 μg pro Liter.

Bei der Ableitung von gesundheitlichen Orientierungswerten sind ausreichende Sicherheitsspannen berücksichtigt.

Der VMW gibt an, ab welcher Konzentration zeitnah Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Aufnahme von Stoffen zu verringern. Er liegt für TFA mit 10 Mikrogramm pro Liter deutlich über den aktuell gemessenen Trinkwasserkonzentrationen.

 

Wie kommt TFA in das Trinkwasser?

Auch wenn es noch nicht abschließend feststeht, ist nach momentanem Daten- und Kenntnisstand davon auszugehen, dass die Belastung des Trinkwassers mit TFA sowohl der flächenhaften Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstammt, als auch durch industrielle Abwassereinleitungen in den Neckar/Rhein hervorgerufen wurde. Die genauen Hintergründe der Einleitung in den Neckar und Vermeidungsstrategien am Eintragsort werden derzeit von den zuständigen Aufsichtsbehörden abgeklärt.

TFA kann in geringen Spuren auch als Abbauprodukt verschiedener Pflanzenschutzmittel entstehen. Gewisse Einträge können je nach Wasserwerksstandort entsprechend auch aus der Landwirtschaft stammen. Auch hier wird das Thema derzeit von Behörden, Wasserversorgern und Herstellern von Pflanzenschutzmitteln diskutiert, um Lösungen zur Verbesserung der Situation zu finden.

 

Warum wird TFA nicht im Wasserwerk herausgefiltert?

Trifluoracetat ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften (sehr gut wasserlöslich, mobil und stabil) bei der Trinkwasseraufbereitung so gut wie nicht entfernbar. Weder Aktivkohle, noch andere Aufbereitungsverfahren können TFA bei der Wasseraufbereitung herausfiltern. Zur grundsätzlichen Vermeidung müssen entsprechend Umweltauflagen im Gewässer- und Ressourcenschutz greifen.

Behörden, Wasserversorger und Pflanzenschutzmittel-Hersteller diskutieren derzeit intensiv das Thema, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aktiv nutzen, um TFA-Einträge in Trinkwässer nachhaltig zu reduzieren. Grundsätzlich engagieren wir uns weiterhin für den vorbeugenden Gewässerschutz, um diese und vergleichbare Substanzen vom Trinkwasser fernzuhalten.

 

Wen hat der Wasserbund Niederrhein über den Fund von TFA informiert?

Wir haben unmittelbar die von uns belieferten Trinkwasserversorger sowie die zuständigen Behörden (Gesundheitsämter, Bezirksregierung und Landwirtschaftskammer) umfassend über die Funde informiert.  

Diese stehen in intensivem Austausch mit den Behörden benachbarter betroffener Kommunen sowie der Bezirksregierung und dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW.

Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aktiv nutzen, um TFA-Einträge in Trinkwässer nachhaltig zu reduzieren. Grundsätzlich engagieren wir uns weiterhin für den vorbeugenden Gewässerschutz, um diese und vergleichbare Substanzen vom Trinkwasser fernzuhalten.

Zusammenfassend betonen wir: Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Es erfüllt strengere Qualitätskriterien als zum Beispiel Mineralwasser und unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir ihnen nur Trinkwasser zur Verfügung stellen, das unbedenklich genutzt werden kann.