Kooperation Landwirtschaft


 

Wasserwirtschaft und Landwirtschaft

Wasser hat ein langes Gedächtnis. Ist ein Grundwasserleiter einmal verschmutzt, braucht es manchmal Jahrzehnte zur Regenerierung. Aus diesem Grund tun wir schon heute alles dafür, dass wir auch in Zukunft über reines Trinkwasser verfügen können. Darum kooperieren wir mit den Landwirten im Einzugsbereich unserer Wasserareale Binsheimer und Gindericher Feld, um Düngemittel- und Schadstoffeinträge zu minimieren.

 

Gemeinsam für unser Wasser

Wasserwirtschaft ist Verantwortung: Durch unser Handeln oder Unterlassen entscheiden wir heute, welche Trinkwasserqualität unsere Kindern morgen vorfinden werden. Darum haben wir schon 1997 eine Kooperation mit der Landwirtschaft im Wassergewinnungsgebiet Binsheimer Feld gegründet und 2008 auf das neu zu erschließende Gindericher Feld ausgeweitet.

Kooperation von Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, das bedeutet vorbeugender Gewässerschutz – die Landwirte verpflichten sich freiwillig auf eine naturnahe Bewirtschaftung, die ausschließt, dass Schadstoffe wie Nitrat aus der Stickstoffdüngung oder Metabolite aus Pflanzenschutzmitteln wie DMS oder NDMA ins Wasser gelangen können.

Gemeinsames Ziel ist ein aktiver Gewässerschutz bei gleichzeitiger Optimierung der landwirtschaftlichen Flächenerträge. Mit Erfolg: 100 Prozent der im Binsheimer Feld ortsansässigen Landwirte machen mit – 36 an der Zahl. Die Kooperation im Gindericher Feld befindet sich noch im Aufbau, aber auch hier sind bereits mehr als 75 Prozent dabei – und es werden ständig mehr.

 

Service für die Landwirtschaft

Der WVN finanziert neben Förderbausteinen der Kooperationsarbeit einen Wasserberater der Landwirtschaftskammer, der die Landwirte in allen Fragen der Fruchtfolgegestaltung, Düngeplanung, Bodenbehandlung und Optimierung der Ernteerträge kompetent berät. Ein analysebasiertes Düngemanagement trägt entscheidend zur Stickstoffreduktion der Äcker bei.

Künftig soll ein geografisches Informationssystem die Landwirte beim Flächenmanagement unterstützen. Alle Bausteine der Kooperation fördern die mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie verfolgten Ziele eines ganzheitlichen, ökologisch ausgerichteten Gewässerschutzes. Das Engagement der Landwirte trägt Früchte: Die Nitratwerte sind kontinuierlich gesunken, Pflanzenschutzrückstände gibt es keine mehr.

Vom Erfolg profitieren alle: die Landwirte mit effizienter, naturnaher und ertragreicher Landwirtschaft, der Wasserverbund Niederrhein mit exzellenten Wasserwerten und nicht zuletzt die Bevölkerung am Niederrhein mit dem Genuss reinen Wassers – in Rheinberg ebenso wie in Kamp-Lintfort, Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Gesundes, natürliches Trinkwasser, reichhaltig und preiswert – jetzt und in Zukunft.

 

Gewässerschutz: die Top 10 des WVN

  1. Acker-Bodenproben zur Messung des Stickstoff-„Düngervorrats" für die neuen Pflanzen
  2. Anbau von „Zwischenfrüchten", um Acker-Düngervorrat für die Hauptfrucht zu binden
  3. Analyse wirtschaftseigener organischer Dünger zum gezielten Einsatz auf dem Acker
  4. Erstellung der „Nährstoffbilanz" der Ackerfläche von Nährstoffeintrag und Nährstoffabfuhr
  5. Anbauflächenbezogene Düngebilanzen für die Feldfrüchte für eine optimale Düngungskurve
  6. Feldbegehungen zur pflanzenbaulichen Information
  7. Beratungen zu Fragen des Pflanzenbaus, zu Düngung und Pflanzenschutz
  8. Nutzung von Fördermitteln des Landes zur umweltfreundlichen Produktion
  9. PC-gestützte Dokumentation der Bearbeitungsschritte je Anbaufläche (PC-Ackerschlagkartei)
  10. Anschreiben, Mitgliedersitzungen, Besichtigungsfahrten zu Fachinformation und Austausch