Die Historie


 

Erfolgsgeschichte eines starken Verbundes

Der WVN sorgt für unser Trinkwasser – tagtäglich und rund um die Uhr. Versorgungsunternehmen vertrauen ebenso wie Industriebetriebe auf die Leistungen des WVN, der Wasser für die ganze Region von Nettetal bis Duisburg, von Wesel und Xanten bis Grevenbroich für mehr als 150.000 Menschen bereitstellt. Aber wie kam es eigentlich dazu?

 

Nutzung der Ressourcen

Die Aktivitäten des Wasserverbundes Niederrhein basieren auf den reichen Wasserressourcen des Binsheimer Feldes und des Gindericher Feldes am linken Niederrhein. Hier müssen infolge von Geländeabsenkungen durch Steinkohle- und Salzbergbau bis zu 70 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr zur Trockenhaltung der Flächen gepoldert, also abgeleitet werden. Als das Trinkwasser am Niederrhein Anfang der 1980er Jahre aufgrund hoher Nitratwerte knapp zu werden droht, besinnt man sich auf das Binsheimer Feld.

Den Vorteil erkennt man schon damals in der hervorragenden Qualität des Wassers: Es ist von Natur aus nitratarm und kommt bereits als „weiches" Wasser im Härtebereich 2 aus dem Boden. Dies führt in den 1980er Jahren zu der Überlegung, die große Wassermenge nicht nur in den Rhein abzuleiten, sondern wirtschaftlich sinnvoll als Trinkwasser zu nutzen.

Ziel des WVN als Zusammenschluss regionaler Wasserversorger und industrieller Wasserverbraucher ist es, dieses Wasser im volkswirtschaftlichen Interesse einer weitgehenden Nutzung zuzuführen und es über ein auszubauendes Transportnetz zu vermarkten. So nimmt die Erfolgsgeschichte des „Wasserverbundes Niederrhein" ihren Lauf.

 

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Die ganze Geschichte

Wie alles begann 1980 bis 1984

Als im Mai 1980, also vor über 30 Jahren, das vom Regierungspräsidenten Düsseldorf beauftragte Gutachten zur erstmaligen Entwicklung einer Großraum-Wasserversorgung Niederrhein vorliegt, ahnt noch niemand, wie erfolgreich die Projektierung eines Wasserverbundes Niederrhein fortschreiten wird.

Die visionären Planungen einer Nutzung des Wasserüberschusses überzeugen, sodass die Gewährung eines Landeszuschusses durch den Regierungspräsidenten zur Gründung der Wasserverbund Niederrhein GmbH, dem WVN, am 29. Juni 1984 führt. Zwölf kommunale Versorger und drei privatwirtschaftliche Unternehmen sind als Gesellschafter dabei.

Der Versorgungsbereich des Wasserverbundes Niederrhein umfasst die Region von Nettetal im Westen bis nach Duisburg im Osten sowie Wesel und Xanten im Norden bis nach Grevenbroich im Süden. Der Unternehmenszweck: die Gewinnung, Aufbereitung und Bereitstellung von Wasser, insbesondere im Versorgungsgebiet der Gesellschafter.

Wasserlieferung und Wasserschutz  1985 bis 1998

Von da ab geht es Schlag auf Schlag. 1987 nimmt der WVN die Wasserlieferung an gleich vier große Versorger und Unternehmen auf: die Energie Wasser Niederrhein GmbH, die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG), die RWE Dea, die RAG AG sowie die Stadtwerke Kamp-Lintfort GmbH.

Als für die Polderung zuständiges Unternehmen nimmt die LINEG von Anfang an eine Sonderstellung ein: Die Kooperation zwischen WVN und LINEG geht bis heute Hand in Hand. Es folgt 1993/94 die Belieferung der Stadtwerke Duisburg AG für Duisburg-Baerl und die KWW GmbH - Kommunales Wasserwerk zur Versorgung von Rheinberg.

Das Jahr 1996 bringt den Durchbruch für den Wasserschutz: Das Binsheimer Feld, das letzte große Wasservorkommen Nordrhein-Westfalens, avanciert zur Wasserschutzzone. Der WVN schließt im Frühjahr des Folgejahres einen Kooperationsvertrag zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft und integriert damit die ortsansässigen Akteure in das bedeutende wasserwirtschaftliche Projekt.

Expansion in alle Richtungen 1999 bis 2007

1999 nimmt der WVN die Belieferung der Wasserverbund Kerken Rheurdt GmbH zur Versorgung von Rheurdt und Aldekerk auf, 2000 folgen die Stadtwerke Duisburg AG - mit der Bereitstellung von Betriebswasser für einen Industriekunden an das Wasserwerk Homberg. 2001 setzt die Erteilung der wasserrechtlichen Bewilligung für das Binsheimer Feld einen Markstein in Sachen Gewässerschutz.

Um auch die Orte Borth, Ossenberg und Wallach versorgen zu können, stockt der Wasserverbund Niederrhein 2003 die Belieferung der KWW GmbH auf. Zur Versorgung von Nieukerk und Sevelen erhält auch der Wasserverbund Kerken Rheurdt GmbH ab 2006 größere Wassermengen vom WVN. Erneut ein entscheidender Schritt für den Wasserschutz: 2007 erfolgt die rechtskräftige Festsetzung der Wasserschutzzone Gindericher Feld.

Im selben Jahr nimmt der WVN die Lieferung von Betriebswasser an die Sasol Solvents Germany GmbH zur Versorgung des Werkes in Moers-Meerbeck auf.

Übernahme und Verbundanschluss  2008

Ein wasserwirtschaftlicher Meilenstein ist die Übernahme der Wasserverbund Kerken Rheurdt GmbH (WKR) und ihre Verschmelzung mit dem WVN im Januar 2008. Im selben Jahr folgt ein weiterer leistungsfähiger Verbundanschluss nach Duisburg: Der WVN nimmt in erster Stufe die Belieferung der Stadtwerke Duisburg AG mit Trinkwasser zum Wasserwerk Homberg auf.

Im Herbst 2008 gelingt dem WVN die Ausweitung des Kooperationsvertrages zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft auf das Gindericher Feld, sodass jetzt sowohl im Binsheimer Feld als auch im Gindericher Feld der Wasserschutz Priorität genießt. Ein Pakt für die Natur, von dem alle Anrainer und Bewohner des linken Niederrheins Tag für Tag profitieren: durch den Genuss reinen, klaren Wassers höchster Güte.

Sinnhafte Erweiterungen

Zum Portfolio des Wasserverbundes Niederrhein zählen entscheidend der systematische Ausbau und die Vernetzung der Wasserinfrastruktur. Dazu leisten wir kontinuierliche Investitionstätigkeiten im Bereich des Leitungs- und Anlagenbaues.

Ostanbindung:  Hatten wir im Vorjahr in erster Stufe die Verbundleitung zwischen unserem Wasserwerk Moers-Gerdt und der Druckerhöhungsstation Duisburg-Homberg der Stadtwerke Duisburg AG errichtet, so ist bereits 2009 das Lieferkonzept für die Stadtwerke Duisburg (SWDU) in zweiter Stufe realisiert - neben der Bereitstellung einer höheren Stundenleistung für den Sonderbetrieb die gleichzeitige Erhöhung der jährlichen Liefermenge auf 750.000 m³. Voraussetzung ist eine Steigerung der Pumpenleistung im Wasserwerk Moers-Gerdt durch Inbetriebnahme der Pumpstation.

Westanbindung:  Im Jahr 2009 gelingt es dem Wasserverbund Niederrhein, sein lange geplantes Konzept für eine Wasserbeschaffung via WVN für den Raum Kerken/Issum umzusetzen. Hierzu gehört der Abschluss eines Wasserlieferungsvertrags mit Laufzeit bis Ende 2029 zwischen WVN und der Gelsenwasser AG. Das Versorgungskonzept umfasst einen technischen Umbau der vom WVN im Vorjahr übernommenen Station Nieukerk, deren Einbindung in das Anlagensystem der WVN damit optimiert.

Ziel erreicht:  Mit der Bündelung der Wasserbeschaffung für den Raum Rheurdt-Kerken-Issum, der Integration des WKR und dem Verbundanschluss der SWDU nach Duisburg-Homberg sind dem WVN erneut entscheidende Schritte gelungen, den Verbund sinnvoll weiter auszubauen.